SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Vigilanz als Ideal, Strategie und Methode in der medizinischen Kultur der Vormoderne

teilbereich_198x149px_c02Teilprojekt C02

Projektleitung

Prof. Dr. phil. Dr. rer. med. Mariacarla Gadebusch Bondio

Mitarbeiterin

Dr. Katharina-Luise Förg (geb. Link)

Projektbeschreibung

Eine ausgeprägte Vigilanzkultur ist der Medizin immanent. Von der Antike bis heute gehört eine gezielte Skalierung der Aufmerksamkeit zu den Kernkompetenzen des Arztes. Damit verbunden ist die Fähigkeit alle Phänomene, die für die Gesundheit und Krankheit signifikant sind oder sein könnten, sinnlich und kognitiv wahrzunehmen. Der Arzt ist aber auch auf die Wachsamkeit von Patienten, Angehörigen und Pflegenden angewiesen, die aus der Innen und Außensicht Veränderungen des Gesundheitszustandes beobachten und dem Arzt mitteilen. Im frühneuzeitlichen medizinischen Diskurs wird ein Ensemble von Strategien zur Aneignung, Einübung, Beherrschung und gezielten Anwendung von Vigilanztechniken perfektioniert. Das Teilprojekt widmet sich der ärztlichen Vigilanz in ihrer ethischen, praxeologischen und epistemischen Funktion. Als Quellengattungen werden deontologische Schriften, chirurgische Fallberichte (Observationes) mit den dazugehörigen Paratexten sowie ärztliche Korrespondenzen in den Fokus genommen.
In der longue durée Perspektive ermöglicht der Blick auf diese vormoderne Vigilanz Bezüge zu den heutigen Praktiken der ‚Medical Surveillance‘, die als moderne Spielarten medizinischer Vigilanz mittlerweile integraler Bestandteil des ärztlichen Alltags sind.