SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Publikationen

Neuerscheinungen

Kölbel, Ralf: Whistleblowing. Band 1: Stand und Perspektiven der empirischen Forschung. Heidelberg 2022.

Cover Kölbel WhistleblowingIn den vergangenen Jahren sind Menschen, die als Insider ihre Einsichten in organisationelle Missstände weitergeben, als „Whistleblower“ zu breiter gesellschaftlicher Bekanntheit gelangt. Staatliche Behörden, Medien und Unternehmen bemühen sich darum, solche Meldungen zu stimulieren, um Missstandsinformationen in jeweils eigener Weise nutzen zu können. Im Zuge europarechtlicher Vorgaben ist der deutsche Gesetzgeber zudem in der Pflicht, kurzfristig für einen rechtlichen Rahmen zu sorgen und diese Prozesse wesentlich genauer als bislang zu regulieren. Whistleblowing wird damit zum Gegenstand unterschiedlichster aktueller Debatten. Insofern besteht Bedarf an dem dazugehörigen Wissen: dazu, was Whistleblowing ausmacht, wie es dazu kommt, welche Folgen es hat und wie es gesellschaftlich eingeschätzt wird. Auf derartige Fragen hat die internationale und interdisziplinäre Forschung inzwischen einige Antworten parat. Um diesen Forschungsstand der deutschen Whistleblowing-Debatte zugänglich zu machen, wird er in diesem Band in einer umfassenden und systematischen Weise erschlossen und dargestellt. Die Beiträge dieses Bandes bieten also eine gründliche Aufbereitung der vorhandenen empirischen Befunde und verbinden dies mit den Ergebnissen aus eigenen einschlägigen Forschungsprojekten. Hierdurch erhalten die Leserinnen und Leser die Gelegenheit, sich ein zuverlässiges wissenschaftsbasiertes Bild vieler Facetten der Whistleblowing-Realität zu bilden.

Geiger, Patrick: Das flüssige Selbst. Henry David Thoreaus 'Walden' und globales Bewusstsein. Heidelberg 2021

Cover Geiger DissThoreaus Wahrnehmung der sich im „restless, nervous, bustling, trivial nineteenth Century“ verdichtenden Globalisierungsdynamik zwingt ihn zu einer radikalen Revision des ‚westlich‘ geprägten Subjektdenkens. In Walden entwirft er ein „flüssiges Selbst“, das als Versuch verstanden werden kann, die Gegensätze zwischen der Ausdehnungserfahrung der Zeitgeschichte und dem Bewusstsein über die Zwänge der Erfahrungswelt zu integrieren: Während sich die Perspektive des erlebenden Ich ins Grenzenlose erweitert, präsentieren sich die konkreten Lebensumstände der Menschen als unausweichliche Beschränkungen. Diesem Sachverhalt begegnet Thoreau mit einer Re-Evaluierung der lebensweltlichen Verhältnisse unter Miteinbezug der neuen, globalisierten Parameter.

Das „flüssige Selbst“ entspringt dieser Praxis zwischen Abgrenzung, Tradierung, Neubegründung und Kontingenz. Die vorliegende Studie erläutert kenntnisreich und stringent, wie Walden damit den Versuch darstellt, der stetig wachsenden erlebbaren Welt und ihren globalen Verbindungen mit angemessenen Modifikationen im Denken und Sprechen über das Selbst zu begegnen.