SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Publikationen

Neuerscheinungen

Bockmann, Jörn/Martin, Alena/Michel, Hannah/Struwe-Rohr, Carolin/Waltenberger, Michael (Hrsg.): Diabolische Vigilanz. Studien zur Inszenierung von Wachsamkeit in Teufelserzählungen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit. Berlin/Boston 2022

https://doi.org/10.1515/9783110774382

Cover Band 2 kleinWährend Gott als inspector cordium unmittelbar in die Seelen blickt, erscheint das Beobachtungsverhältnis zwischen Mensch und Teufel als immanent-mittelbares, laterales und potenziell reziprokes. Der nie nachlassende diabolische „Verführungsaktivismus" (Luhmann) erzeugt Aufmerksamkeitskonstellationen, deren Funktionen nicht auf disziplinierende Angsterzeugung reduziert werden können. Im Erzählen von Teufeln und Dämonen werden häufig zugleich Mechanismen sozialer Kontrolle verhandelt und Formen wachsamer Selbstbeobachtung profiliert. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren in erster Linie narrative, daneben auch dramatische und theologische Modellierungen diabolischer Beobachtungsverhältnisse vom Alten Testament bis zu Luther und zum Faustmythos; ihr Schwerpunkt liegt auf spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzähltexten, legendarischen wie auch schwankhaften, in denen der Teufel auf ganz unterschiedliche Weise als Akteur Gefährdungen des Sünders bewussthält. Zugleich zeichnet sich dabei bereits ab, wie die Wachsamkeit gegenüber dem Teufel die Herausbildung von Praktiken der Selbsterforschung forciert und damit zur Genese moralischer Subjektivität beiträgt.

Fingerle, Maddalena: Lascivia mascherata. Allegoria e travestimento in Torquato Tasso e Giovan Battista Marino. Berlin/Boston 2022.

https://doi.org/10.1515/9783110794113

Cover Band 3 kleinCome reagiscono Torquato Tasso e Giovan Battista Marino al contesto vigilante e normativo tra Cinque- e Seicento? A partire dal rapporto che i due autori nutrono nei confronti delle norme e delle regole si prendono in considerazione due tattiche evasive pensate per salvaguardare lascivie e incanti nei poemi: da un lato l’allegoria, dall’altro il travestimento. Il percorso di Tasso è evolutivo e la sua opinione cambia in base all’interiorizzazione di leggi e valori che portano a una rivalutazione delle opinioni iniziali, mentre Marino trasgredisce le regole e utilizza elementi tipicamente difensivi – quali l’allegoria – rovesciandoli e inventandone un uso celatamente offensivo. In questo contesto vengono così rivalutate le allegorie paratestuali dell’Adone di Marino, finora mal considerate dalla critica, e viene ripensato il percorso tassiano in un’ottica che vede i due autori non come vittime di un sistema censorio, ma come partecipanti attivi.