SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Die Abwehr der Pest an französischen Küsten (1680‒1760)

teilbereich_198x149px_b04Teilprojekt B04

Projektleitung

Prof. Dr. Mark Hengerer

Mitarbeiter

Sébastien Demichel

Projektbeschreibung

Das Projekt untersucht Wachsamkeit an der französischen Mittelmeerküste im Zeitraum von ca. 1680 bis 1760. Obwohl die Pest vor allem in der Levante noch endemisch war, stieg die Intensität des über französische Mittelmeerhäfen abgewickelten Seehandels stark an. Eine Art Gesundheitsbehörde, das bureau de la santé, war für Maßnahmen der Pestabwehr zuständig. Sie erfüllte diese Aufgabe im Wesentlichen durch die Kanalisierung des Zugangs zur französischen Küste in Kombination mit einem Quarantäneregime; nach der großen Pest der Jahre 1720 bis 1722 wurde das bureau noch strikter reguliert.
Obschon im 18. Jahrhundert weitere Krankheitsfälle in der Quarantäne bekannt wurden, kam es aber nicht mehr zu einer Verbreitung der Krankheit an der Küste. In der Forschung wird dieser Umstand auf die nach der großen Pestepidemie erfolgreiche Institution zugerechnet. Allerdings wurde die Mitwirkung der Bevölkerung an der Küste kaum berücksichtigt.
Dieses Forschungsdesiderates nimmt sich das Projekt mit einem mehrstufigen Ansatz an. Auf einer ersten Ebene werden die Mitteilungen/Anzeigen analysiert. Auf einer zweiten Ebene werden Normierung und Responsabilisierung im Zusammenhang mit der bürokratischen Verdichtung des Küstenraumes untersucht. Ergänzt werden diese kleinteiligen Kontextualisierungen durch Fallstudien zu Verfahren wegen Schmuggels, der in der Regel zugleich Quarantänebruch war.