SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Der Einsatz der Sinne. Wachsamkeit in frühneuzeitlichen Städten

teilbereich_198x149px_b03Teilprojekt B03

Projektleitung

Prof. Dr. Arndt Brendecke

Mitarbeiter

Dr. des. Brendan Röder

Projektbeschreibung

Obwohl Sinneswahrnehmungen innerhalb von Städten unaufhörlich und durch alle Bevölkerungsschichten stattfinden, bleiben sie oft funktional diffus und politisch latent. Das Teilprojekt untersucht Fälle, in denen sich dies ändert und Sinneswahrnehmungen in bestimmte stadtpolitische Aufgaben aktiv eingebunden wurden. Ausgewählt wurden Augsburg, Florenz und Sevilla, da sie über eine sehr gute Quellenlage verfügen und in Handelsstädten die Meldung bestimmter Wahrnehmungen die bürgerliche Loyalität vor besondere Herausforderungen stellt. Den Verdacht auf Pest zu äußern, heißt dort häufig, zwischen privaten Handelsinteressen und dem gemeinsamen Interesse an öffentlicher Gesundheit abzuwägen. Das Teilprojekt widmet sich der Wahrnehmung sowohl akuter (Feuer, Seuchen) wie auch latenter Gefahren (Luft, Gewässer, Böden, soziales Monitoring). Es bezieht alle Sinne mit ein und interessiert sich für deren variable Funktion und Kombination. Der Geruchssinn war etwa für das Aufspüren von Feuchtigkeit oder Fäulnis leitend, aber auch bezüglich akuter Gefahren, wie Brand. Geschmack, Geruch und Tastsinn wurden in die Prüfung der Qualität von Substanzen und Waren eingebunden, während das Gehör oft nachts eine führende Rolle übernahm. Es ist das Ziel des Teilprojektes, genauer zu bestimmen, wie die oft subtile, aber wesentliche Politisierung der Sinne gelang, und welche besonderen Effekte sie hatte.