SFB 1369 Vigilanzkulturen
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Theatersteuerung: Theater, Politik und Öffentlichkeit nach 1918 in Deutschland

teilbereich_198x149px_a03Teilprojekt A04

Projektleitung

Prof. Dr. Christopher Balme; PD Dr. Nic Leonhardt

Mitarbeiterinnen

Carolina Heberling; Sabrina Kanthak

Projektbeschreibung

Das Teilprojekt beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise sich das Verhältnis zwischen Theater, Politik und Öffentlichkeit zwischen 1918 und 1936 durch eine Aufhebung der Zensur, verstärktes finanzielles Engagement der öffentlichen Hand und Kontrolle durch die öffentliche Meinung, verstanden hier als Presse und Theaterpublikum, veränderte. Anhand zweier Fallbeispiele, der Münchner Kammerspiele und des Münchner Residenztheaters, soll untersucht werden, was geschieht, wenn Praktiken der Kontrolle und Überwachung direkt in die Institutionen einerseits und in die Öffentlichkeit andererseits verlagert werden. Diese beiden Aspekte sollen in zwei Arbeitsbereichen genauer betrachtet werden: 

  1. unter dem Begriff der decensorship sollen die Auswirkungen der zahlreichen Theaterskandale untersucht werden, die zu einer neuartigen und widersprüchlichen Richterfunktion der Öffentlichkeit führte;
  2. die Umwandlung der Hoftheater in Staatstheater und die Übernahme der Stadttheater in öffentliche Trägerschaft führten zur Aufwertung des Amts des Intendanten, der zur zwischen Politik, Publikum und Betrieb vermittelnden Vigilanzfigur avanciert. Es soll die These überprüft werden, dass politische, institutionelle und soziale Wachsamkeit als unterschiedliche Vektoren und Skalierung von Steuerung und Orientierung in eine neue konfliktuelle Wechselbeziehung treten.